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Der Bremer Diversity Preis 2016 ging an das café brand, steptext und Claudia Kessler

Das café brand in Gröpelingen, ein Zweckbetrieb der Gesellschaft für integrative Beschäftigung mbH, sowie steptext dance project e.V. wurden von der Hochschule Bremen und Mercedes-Benz Bremen für ihre Wertschätzung und strategische Förderung von Vielfalt am 13.12.2016 mit dem Diversity Preis ausgezeichnet. Als Diversity Persönlichkeit wurde Claudia Kessler, Generaldirektorin von HE Space, für ihre originelle Privatinitiative, die erste Astronautin in den Weltraum zu schicken, geehrt. Das Grußwort zur festlichen Preisverleihung in der Oberen Rathaushalle hielt Bürgermeisterin Karoline Linnert vor mehr als 300 Gästen.

Bereits zum siebten Mal wurde der Bremer Diversity Preis „Der Bunte Schlüssel: Vielfalt gestalten!“ von der Hochschule Bremen (HSB) zusammen mit dem Mercedes-Benz Werk Bremen und einer Gemeinschaft von weiteren Träger_innen an Unternehmen, Institutionen sowie Initiativen in Norddeutschland vergeben, die durch gezielte Maßnahmen Vielfalt fördern, nutzen und die positive Wirkung von Vielfältigkeit nach außen tragen. Der Bremer Diversity Preis ist die einzige Auszeichnung in Deutschland zur Anerkennung der Förderung von Vielfalt in Organisationen. Auch wird jedes Jahr eine Person mit dem Preis bedacht – die Bremer Diversity Persönlichkeit – die sich in besonderer Weise und mit großer Außenwirkung für die Nutzung von Vielfalt sowie für Chancengleichheit einsetzt.

Karoline Linnert, Senatorin für Finanzen der Freien Hansestadt Bremen, Stellvertreterin des Präsidenten des Senats und Bürgermeisterin von Bremen lud zusammen mit der Hochschule Bremen und dem Mercedes-Benz Werk Bremen am Dienstag, 13. Dezember 2016, um 19.00 Uhr, in die Obere Rathaushalle ein. Den Eröffnungsvortrag “Ready to be different?!“ hielt Dr. Dirk Jakobs, Leiter des Global Diversity Office der Daimler AG.

Der Bremer Diversity Preis steht unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Dr. Carsten Sieling.

Als Diversity Persönlichkeit 2016 wurde Claudia Kessler ausgewählt, vor allem wegen ihrer außergewöhnlichen Privatinitiative, die erste Astronautin aus Deutschland ins Weltall zu schicken. Mit diesem Einsatz wirkt Claudia Kessler weit über Bremen hinaus. In ihrer Rolle als Generaldirektorin von HE Space, einem Personaldienstleister für die Raumfahrtindustrie mit Hauptsitz in Bremen, setzt sich Claudia Kessler seit Jahren für die Beschäftigung von Raumfahrtingenieurinnen in einer stark von Männern dominierten Branche bewusst und gezielt ein.

Aus zweiundzwanzig Bewerbungen von öffentlichen Einrichtungen, Non-Profit-Organisationen, Initiativen sowie privatwirtschaftlichen Unternehmen aus Bremen und Bremerhaven zeichnete die sechzehnköpfige Jury das café brand und steptext dance project e.V. mit dem Bremer Diversity Preis, dem „Bunten Schlüssel: Vielfalt gestalten! 2016“, aus:

Das café brand, einer von drei Zweckbetrieben der Gesellschaft für integrative Beschäftigung mbH (GiB), wird dafür ausgezeichnet, dass es seit vielen Jahren unter der Anwendung gezielter Diversity Maßnahmen Menschen mit verschiedenartigen psychischen Erkrankungen sowie geistigen und seelischen Behinderungen in einem unternehmerischen Umfeld beschäftigt. Dabei folgt die Organisation den Prinzipien von Empowerment (Übertragung von Verantwortung) wie auch von Vereinbarkeit (Rücksichtnahme auf besondere Bedürfnisse, daher flexibel gestaltbare Arbeitszeiten und Aufgabenverteilungen). Die GiB mbH erwirtschaftet einen großen Teil ihrer Kosten aus den Erlösen ihrer drei Zweckbetriebe (café brand, Gemüsewerft, Schulkiosk). Nach langer Arbeitslosigkeit wird Menschen eine Möglichkeit geboten, einer sehr arbeitsmarktnahen Beschäftigung nachzugehen. Im Vordergrund steht beim café brand die Qualität der Speisen und des Services. Allerdings unterscheidet sich der Service teilweise von gängigen Mustern: So werden die Gäste von Menschen, die „anders“ sind, bedient. Das café brand ist sehr gut im Stadtteil verankert und wird von allen Bevölkerungsschichten an- und wahrgenommen; eine Standorterweiterung ist geplant. Somit ist das Café Brand, was Innovation, Ausdauer und Nachhaltigkeit angeht, preiswürdig.

steptext dance project e.V.: das Gesamtkonzept von steptext ist sehr weit und umfasst zahlreiche Diversity-Dimensionen: im Projekt young artists wird Jugendlichen verschiedener Herkünfte eine Entfaltungsmöglichkeit geboten, die auf ihre speziellen Bedürfnisse ausgerichtet ist; die Amis de la danse bringen ältere, tanzbegeisterte Menschen zusammen. Für die Programm-Ausrichtung und Gestaltung werden gezielt diverse kulturelle Einflüsse des Ensembles genutzt, wenn Herkunft, Migration, Flucht, Religion oder sexuelle Identität künstlerisch thematisiert werden. Herausragend bei steptext ist auch, dass Diversity Management in der Beschäftigungspolitik verankert ist: Künstler_innen verschiedener kultureller Herkunft werden gezielt im Verein beschäftigt oder in den Arbeitsmarkt vermittelt. Die Philosophie von steptext geht dahin, Diversität und Eigenständigkeit zu fördern, damit starke Ideen sich mit aktiven Gestalter_innen und Beteiligten weiterentwickeln. Steptext kreiert in Tanzprojekten aber auch durch die Steuerung der Zusammenarbeit von Künstler_innen und Mitarbeiter_innen verschiedener Herkunft, Alter und Befähigung (Innenwirkung) „Dritte Räume“. So werden gängige Zuordnungen und Grenzen verwischt. Dieser Diversity Management Ansatz und die nachhaltige Arbeit seit vielen Jahren macht steptext in besonderem Maße preiswürdig.

Allen Preisträger_innen wird eine Skulptur der Bremer Künstlerin Gisela Eufe und eine Urkunde übergeben. Die beiden Organisationen erhalten auch ein Preisgeld von 2500 Euro pro Institution.


steptext mit Jutta Berninghausen und Doris Heitkamp-König

Foto: Harald Rehling

Claudia Kessler mit Jutta Berninghausen, Dr. Dirk Jakobs und Doris Heitkamp-König

Foto: Harald Rehling

café brand

Foto: Harald Rehling