Preisträger_innen 2011

 

BREMER TASTE OF DIVERSITY der Küchenjungs GmbH – Essen als kultureller Dialog

Die Küche 13 ist ein Restaurant im Ostertorviertel, das vielfältige und internationale Essenspezialitäten frisch zubereitet anbietet. 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterschiedlichster nationaler Herkunft, Kompetenzen sowie Berufs- und Lebenserfahrung vermitteln den Gästen die Hintergründe und Kultur der Länder, aus denen die Speisen jeweils stammen.

Mit der Initiative „Bremer Taste of Diversity“ der Küchenjungs GmbH wird interkulturelles Kochen gepflegt und Essen als ein kultureller Dialog verstanden. „Crazy Run, Verrückt kocht“ ist eine Aktion, bei der Mitarbeitende der Küche13 gemeinsam mit geistig und körperlich beeinträchtigten Menschen ein Dinner planen und kochen. Durch die Küche 13 wird eine kreative Verbindung von Essen, Kunst, Kultur und Menschen geschaffen und unternehmerisch genutzt.



BTC Business Technology Consulting AG

Unternehmenskultur und -philosophie bei der BTC AG basieren auf Fairness, Wertschätzung und Gleichbehandlung. Die BTC AG ist eines der führenden IT-Consulting-Unternehmen in Deutschland. Der Hauptsitz ist Oldenburg. Mit ca. 1700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist es an 15 Standorten international vertreten. In der Praxis zeigt sich die Umsetzung von Diversity-Aktivitäten bei BTC AG z.B. durch

  • Kulturforen (Veranstaltungen zur Förderung des interkulturellen Dialogs)
  • den BTC International First Day (internationaler Integrationsworkshop für neue BTC-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter)
  • Sprachtrainings (Deutschkurse für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deren Muttersprache nicht Deutsch ist)
  • Respekt gegenüber religiösen und kulturspezifischen Speisen und Feiertagen
  • Förderung des Aufstiegs von Frauen
  • Einführung flexibler Arbeitszeiten und Kinderbetreuungsmöglichkeiten

Auch mit der Förderung deutsch-türkischer Wirtschaftsbeziehungen, mit aktiver Nachwuchsförderung, und Schulungen im Personalmanagement wird der interkulturelle Dialog angeregt. Und nicht zuletzt spielt auch im Umgang mit Kunden die Berücksichtigung von Diversität eine zentrale Rolle.



Der KULTURLADEN HUCHTING e.V. – Interkulturelle und intergenerationelle Arbeit im Stadtteil

Der Umgang mit Diversität als „Lernen mit, von- und übereinander unterschiedlicher Generationen, Kulturen und Religionen im Stadtteil und weit darüber hinaus“ wird seit über 30 Jahren im Kulturladen Huchting praktiziert. 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus acht unterschiedlichen Herkunftskulturen arbeiten hier zusammen.

Das Programm umfasst mehr als 40 Kurse und Projekte für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren. Der Kulturladen Huchting hat eine vielseitige und herausragende Stadtteilkulturarbeit entwickelt, die sich durch kultur-, generations- und spartenübergreifenden Inszenierungs- und Ausstellungsprojekte auszeichnet und diese mit künstlerischen und kulturpädagogischen Mitteln entwickelt. Beispielhaft zeigt sich der beschriebene Ansatz in den Projekten „Grenzüberschreitungen“ oder „insan…mensch“.



Förderpreis 2011: „INS BLAUE“ – freie Theaterarbeit mit jungen Flüchtlingen

Sich mit einer künstlerischen Ausdrucksform und aus einer sicheren emotionalen Distanz der Thematik „Flucht“ und dem „Leben im Exil“ zu nähern, war das Ziel des freien Theaterprojekts „INS BLAUE“. Mit dieser Kooperation der Theaterwerkstatt und des Kulturzentrums Schlachthof wurde eine originelle und zukunftsweisende Theaterarbeit mit jugendlichen Flüchtlingen entwickelt. Das Ensemble wurde durch Besuche in Bremer Flüchtlingsheimen gewonnen. Die jugendlichen Ensemblemitglieder brachten ihre eigenen Geschichten, kulturellen Besonderheiten und Ideen durch das Theater in die Bremer Öffentlichkeit.

Über das von allen geteilte Schicksal hinaus, ein Flüchtling zu sein, zeigte sich, dass die Gruppe sehr divers war: jede und jeder Einzelne verfügt über die eigene Biographie, die eigenen Erfahrungen und kulturellen Perspektiven, die eigene Herkunft, einen individuellen Bildungsstand und wird zusätzlich mit fremden Erwartungen an Geschlechterrollen konfrontiert. Die Jugendlichen lernten über die Theaterarbeit, ihre Individualität und ihre Kompetenzen zu erkennen und zu präsentieren. Sie lernten, Konflikte miteinander auszutragen und mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln.



Kulturrsalon „KunstWelten im Dialog“

Lebhafter Dialog zwischen verschiedenen Kunstsparten und Menschen aus unterschiedlichen Kulturen. Im Bremer Kultursalon „KunstWelten im Dialog“ werden Kulturveranstaltungen, wie Konzerte, Lesungen, Sprechtheater- und Pantomime-Vorstellungen, Workshops, und Lichtbildvorträge organisiert und moderiert.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stammen aus acht verschiedenen Herkunftsländern, kommen aus unterschiedlichsten Berufsgruppen und sind zwischen 22 bis 80 Jahre alt. Aber nicht nur das Organisationsteam ist divers, sondern auch die Künstlerinnen und Künstler in den Veranstaltungen: Allein im Jahre 2011 sind 50 Künstlerinnen und Künstler aus 15 Ländern unterschiedlichsten Alters aufgetreten. Neben den professionellen Musiker_innen, Dichter_innen, Schauspieler_innen, Pantomimen, Kunsthistoriker_innen bekommen auch Laienkünstler_innen im Kultursalon die Gelegenheit, ihre Talente, ihre Kreativität und deren Ergebnisse zu zeigen.



MUSIKTHEATERGRUPPE Grundschule Nordstraße

Die Musiktheatergruppe der Grundschule Nordstraße existiert schon seit über 20 Jahren und greift allgemein Themen auf, die Kinder beschäftigen. Sie zeichnet sich durch ihren vorbildlichen Beitrag zur Entwicklung einer weltoffenen Haltung bei Schülerinnen und Schülern, Eltern und im Lehrerkollegium aus. Die Sprachen- und Kulturenvielfalt der Schülerinnen und Schüler werden in die Theatergruppe kunstpädagogisch eingebunden. Das autobiographisch geprägte Musiktheaterstück „Bunte Spuren von Unterwegs“ wurde mit Eltern und 30 Schülerinnen und Schülern erarbeitet.

Die Gruppe setzte sich intensiv mit dem Thema „Heimat“ auseinander. Das Produkt dieser Arbeit zeigt, dass der Begriff „Heimat“ für die Kinder zwar einerseits viele Elemente ihrer Herkunftskulturen beinhaltet. Andererseits begreifen die Kinder als „Heimat“ aber auch Elemente des Stadtteils oder des Landes, in dem sie leben. Durch dieses Projekt gelang es der Musiktheatergruppe, eine breite Öffentlichkeit zu erreichen und eine intensive Auseinandersetzung mit „Heimat“ herbeiführen.