Preisträger_innen 2013

 

GEWOBA Aktiengesellschaft Wohnen und Bauen

Die GEWOBA Aktiengesellschaft Wohnen und Bauen ist ein Unternehmen der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft mit rund 41.800 Mietwohnungen und 449 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Bei der GEWOBA spiegelt sich der konstruktive Umgang mit Vielfalt beispielhaft auf verschiedenen Ebenen des Unternehmens wider und wird seit 2011 systematisch gestaltet: in der Mitarbeiterschaft, im Kundenkontakt sowie zwischen den Mieterinnen und Mietern. Der strategische Umgang mit Vielfalt zeigt sich u.a. in der Entwicklung eines Leitbildes der Vielfalt, in der Unterzeichnung der Charta der Vielfalt sowie im Zertifikat berufundfamilie. Darüber hinaus zeigt sich in vielen praktischen Maßnahmen der konstruktive Umgang mit Vielfalt, so in der Benennung eines Diversity-Beauftragten und in der Weiterqualifizierung der Mitarbeiterschaft in „Interkultureller und Diversity Kompetenz“ wie in Sprachkursen.

Projektgruppen wurden gegründet, die sich mit Lösungsideen für „Dauerthemen“ im Umgang mit Kund_innen beschäftigen. Außerdem gibt es Maßnahmen zur Förderung von positiven Begegnungen in den Wohnquartieren, in denen Menschen unterschiedlichen Alters, verschiedener Herkunft und Religion zusammenkommen: Die GEWOBA ermöglicht beispielsweise älteren Menschen Theaterbesuche, um sie aus ihrer Einsamkeit zu locken, organisiert mobile Sommercafés, die in den Lebenszentren von Menschen unterschiedlicher Kulturen stattfinden. Weitere Schritte sind u.a. die Schaffung einer Willkommenskultur, der Einsatz von niederschwelligen Schlichter_innen und schließlich Programme zur Reduzierung von Barrieren in Wohnungen. Entscheidend für die Preisvergabe war, dass diese Aktivitäten nicht nur punktuell stattfinden, sondern dass Diversity-Management in der gesamten Organisation strukturell verankert wurde: Es gibt ein Diversity-Leitbild, einen Diversity-Beauftragten, konkrete Zeit- und Maßnahmenpläne, Diversity-Trainings, an denen alle Führungskräfte teilgenommen haben, und interkulturelle Trainings zur Sensibilisierung aller Mitarbeiter_innen im Kundenkontakt.

Die GEWOBA will mit ihrem strategischen Ansatz erreichen, dass die Beschäftigung mit dem Thema Vielfalt bei einem großen Teil der Belegschaft zu einer Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung führt und auch in den Wohnquartieren eine starke Breitenwirkung erzielt.

GSO (Gesamtschule Bremen-Ost – Oberschule mit Gymnasialer Oberstufe)

Die GSO (Gesamtschule Bremen-Ost – Oberschule mit Gymnasialer Oberstufe) ist eine öffentliche allgemeinbildende Schule in Tenever. 60% der Schüler_innen haben einen Migrationshintergrund (die Schülerinnen und Schüler und/oder deren Eltern stammen aus 90 Ländern), manche Schüler_innen wachsen in „schwierigen“ Familien auf oder benötigen eine besondere Förderung. Die GSO begegnet diesen Herausforderungen mit der Förderung eigener Verantwortung sowie mit der Haltung, Vielfalt als Impuls und Bereicherung zu begreifen. Der positive Umgang mit der Vielfalt ihrer Schülerschaft ist das Ergebnis konsequenter und vielschichtiger pädagogischer Arbeit. Genutzt wird dabei auch die Kraft der Kunst und der Musik. Die Schule sieht ihre Hauptaufgabe darin, für alle Schülerinnen und Schüler gleiche Chancen herzustellen. Seit vier Jahren Inklusionsschule, engagiert sich die GSO in vorbildlicher Weise u.a. im Bereich Gleichberechtigung. Sie arbeitet mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen künstlerisch zusammen und kooperiert mit Werder Bremen, um die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen zu fördern.

Ein kompetenter Umgang des Kollegiums mit Interkulturalität soll der Vielfalt der Schülerschaft gerecht werden. Durch binnendifferenzierte Arbeit im Rahmen eines fächerübergreifenden Projektunterrichts werden den Schülerinnen und Schülern der GSO alternative Lernformen vermittelt. Besondere Förderangebote (z.B. Sprachkurse) unterstützen das Lernen. Weitere Projekte orientieren sich an der Vielfältigkeit und der Herkunft der Schülerschaft. Sie sollen diese stärken, und machen die Schule in der ganzen Stadt bekannt: Stadtteilopern, Bildungsmessen, transparente Elternarbeit etc. Die Schule arbeitet in vielfachen Kooperationen und ist in der Stadt gut vernetzt.

Verein zur Förderung akzeptierender Jugendarbeit e.V. (VAJA)

Der Verein zur Förderung akzeptierender Jugendarbeit e.V. (VAJA) existiert seit mehr als 20 Jahren. Ursprünglich ein studentisches Projekt, hat er sich zum größten Träger für aufsuchende Jugendarbeit in Bremen entwickelt (mit 19 hauptamtlichen, 21 studentischen und 15 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie 4 Honorarkräften). Die aufsuchende Jugendarbeit wendet sich an junge Menschen, die von herkömmlichen Angeboten der Jugendarbeit nicht oder nicht mehr erreicht werden.

Die akzeptierende Jugendarbeit setzt daran an, Kontakt zu „schwierigen“ Jugendlichen, wie z.B. zu straffällig gewordenen oder rechtsradikale Jugendlichen, herzustellen, sie und ihre Motive ernst zu nehmen und die Jugendlichen gleichzeitig darin zu unterstützen, ihren Alltag und ihr Leben positiver zu gestalten. In verschiedenen Stadtteilen wird in zehn Projektteams mit den Jugendlichen zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten gearbeitet: Rollenverständnis, Körperlichkeit, Sexualität, Religion, familiäre und ethnische Herkunft, Akzeptanz von Vielfalt und Anderssein, Umgang mit Gewalt,

Konfliktmanagement, soziale Beziehungen, Umgang mit Emotionen und Grenzen von Anderen. Die Arbeit mit diesen Jugendlichen setzt voraus, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter authentisch sind: sie unterscheiden sich in ihrem Alter, ihrem Geschlecht, ihrer Herkunft, ihrer Religion sowie ihrer sexuellen Orientierung und sozialen Schicht voneinander. Neben der Vor-Ort-Arbeit an den Brennpunkten gibt es begleitende Aktivitäten von VAJA an Schulen und Jugendzentren.

Bremer Diversity Persönlichkeit 2013 – Peter Bollhagen

Als Bremer Diversity Persönlichkeit 2013 wurde Peter Bollhagen, Landesvorsitzender Bremen von „Die Familienunternehmer – ASU“ und Gründungsmitglied des Völklinger Kreises in Bremen, ausgezeichnet für sein Engagement insbesondere gegen die Diskriminierung von Homosexuellen, Lesben und Transgender am Arbeitsplatz.

Seine Funktionen nutzt er, um öffentlich Position zu beziehen und die Bedeutung von Diversity Management zu thematisieren. Sein Motto ist: „Flagge zeigen, Farbe bekennen“.