Diversity Stammtisch

 

 

Der Bremer Diversity-Stammtisch findet einmal jährlich für alle statt, die an der Auseinandersetzung mit Vielfalt interessiert sind. An ausgewählten Orten im Freien, umrahmt von einem vielfältigen Kunst- und Kulturprogramm, bietet der Bremer Diversity-Stammtisch die Möglichkeit, in ungezwungener Atmosphäre Fragen rund um Diversity-Management zu stellen, mit Expertinnen und Experten zu diskutieren und eigene Projekte zum Thema Diversity vorzustellen.

Auch werden die Gäste von den Initiatorinnen des Bremer Diversity Preises über Bewerbungskriterien und Auswahlverfahren informiert.

Seit 2011 findet der Bremer Diversity Stammtisch auf der Breminale statt. Bisher trafen sich dort mehr als 450 Personen zum Austausch.

Impressionen vom Diversity Stammtisch auf der Breminale 2018
(Fotografien von Gerhard Schulz)

Austausch, Diskussion und Ratespiel auf der Breminale!

Bremen, 36° im Schatten. Bei sengender Hitze fanden sich am 26. Juli 2018 ca. 40 Diversity-Interessierte, darunter ehemalige Preisträger*innen, Repräsentant*innen aus der Trägergemeinschaft, Netzwerkpartner*innen sowie einige Neugierige am Stand by Christel zum Diversity Stammtisch auf der Breminale ein. In entspannter Atmosphäre wurden Diversity-Projekte wie Maßnahmen vorgestellt. So betonte beispielsweise Dieter Schumacher, Mitglied des Vorstands der BLG Logistics, die den Preis 2017 gewann, dass die Förderung von Frauen mehr denn je im Fokus stünde. Zwei Bremer Institutionen, die die Ausschreibung der Kulturstiftung des Bundes, „360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft“, in Form einer Diversity-Beauftragten in Vollzeit für 4 Jahre gewonnen haben, gaben Einblick in ihre Vorhaben: Matthias Timmlau, Leiter Sponsoring und Fundraising an der Kunsthalle Bremen, will erreichen, dass sich die Vielfältigkeit der Stadtgesellschaft mehr im Museum widerspiegelt. Ruth Hartmann, frisch eingestellte Projektmanagerin für Interkulturelle Bibliotheksarbeit und Diversity der Stadtbibliothek zeigte sich begeistert von dem, was in Bremen bereits zur Förderung von Vielfalt geschieht, und stellte kurz einige Ideen vor. Katrin Nissel, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Interkulturelles Management & Diversity (ZIM) an der Hochschule Bremen, forderte zur Teilnahme am Wettbewerb „Der Bunte Schlüssel: Vielfalt gestalten!“ auf. Bewerbungsschluss ist der 1. Oktober 2018. Wie gehabt und geliebt, präsentierte das ZIM der Hochschule Bremen ein Diversity Quiz, das jeder und jede gleich im Anschluss an diese Zeilen selbst ausprobieren kann.

 

 

 

Diversity Quiz 2018
(Auflösung siehe weiter unten)

DIVERSITY STAMMTISCH QUIZ 2018

1    Was war das erste Wirtschaftsunternehmen, das den Bremer Diversity Preis erhalten hat?
a) Röhlig Logistics
b) Hairliners Hagens und Kaemena
c) Sikora AG
d) BTC AG

2    Wie oft ist der Bremer Diversity Preis bereits vergeben worden?
a)    8 x
b)    7 x
c)    5 x
d)    11 x

3    Wie viele Institutionen haben bis heute die Charta der Vielfalt unterschrieben?
a)    2570
b)    1950
c)    2930
d)    4520

4    Wie viele Aktionen gab es auf dem 6. Deutschen Diversity Tag 2018?
a)    700
b)    1200
c)    1700
d)    2000

5    In wie vielen Ländern weltweit ist die gleichgeschlechtliche Ehe im Jahr 2017 anerkannt?
a)    30
b)    15
c)    21
d)    24

6    In Suchmaschinen und bei Bewerbungssoftware gibt es diskriminierende Bilder, Vorurteile sind teilweise verankert. Algorithmen sind also nicht neutral, sondern können gefährlich sein. Welche dieser Beispiele sind tatsächlich passiert?
(Mehrfachankreuzen möglich)
a)     Ein Softwaretool für Online-Bewerbungen filtert Frauen heraus.
b)    Beim googeln nach „professioneller Frisur“ tauchten unter den ersten Ergebnissen  nur
blonde Flechtfrisuren auf.
c)     Eine Software der neuseeländischen Passbehörde verweigerte die Anerkennung
asiatischer Pässe.
e)    Ein Justiz-Softwaresystem identifizierte die dunkle Hautfarbe von Häftlingen als Kriterium für eine hohe Rückfallwahrscheinlichkeit für Straftaten.

7    Warum trat die US-amerikanische Schauspielerin Scarlett Johannson von der Hauptrolle des Dante „Tex“ Gill im Film Rub & Tug zurück?
a) Kritik aus der LGBT Gemeinde
b) Übergriffigkeit eines Kollegen
c) Unangemessene Bezahlung im Vergleich zu männlichen Kollegen
d) Familiäre Gründe

8    Die Verleihung des Echo an die Rapper Kollega und Farid Bang war hoch umstritten und führte zum „Aus“ des Musikpreises. Welche Art von Diskriminierung wurde den Musikern insbesondere vorgeworfen? (Mehrfachankreuzung möglich)
a)    Sexismus
b)    Rassismus
c)    Antisemitismus
d)    Pädophilie Verherrlichung

9    Wer hat das Wort ASYLTOURISMUS erfunden?
a) Joachim Herrmann
b) Horst Seehofer
c) Alexander Dobrindt
d) MarkusSöder

10    Welche NGO setzt sich deutschlandweit für Geflüchtete ein?
a)    Pro Asyl
b)    Ärzte ohne Grenzen
c)    Refugee One
d)    Help a Refugee

11    Es sind nicht die reichsten Länder der Welt die Menschen, die geflohen sind, aufnehmen. Wie viele Menschen hat der Libanon aufgenommen?
a)    300.000
b)    500.000
c)    800.000
d)    1 Mio

Quiz mit Auflösung

DIVERSITY STAMMTISCH QUIZ 2018

1    Was war das erste Wirtschaftsunternehmen, das den Bremer Diversity Preis erhalten hat?
a) Röhlig Logistics
b) Hairliners Hagens und Kaemena
c) Sikora AG
d) BTC AG

Die Sikora AG (Preisträgerin 2010) ist ein mittelständisches Bremer Unternehmen, das Mess- wie Regeltechnik herstellt und vertreibt. Mit seinen Niederlassungen ist  das Bremer Unternehmen international vertreten. Diversity Management ist für die Sikora AG wichtig für den wirtschaftlichen Erfolg wie auch für die Zufriedenheit der Mitarbeitenden. Geschlechtergerechtigkeit ist selbstverständlich: Verantwortungsvolle Positionen,  wie beispielsweise das Controlling der internationalen Niederlassungen oder die Leitung der Marketingabteilung, haben junge Frauen inne. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird durch die Einrichtung eines „Eltern-Kind-Büros“ gestärkt. Mindestens einmal im Jahr finden im Headquarter in Bremen internationale Meetings statt, bei denen sich alle Mitarbeitenden eines Unternehmensbereichs aus verschiedenen Standorten treffen. Dies fördert das Verständnis füreinander und erleichtert den interkulturellen Austausch.

2    Wie oft ist der Bremer Diversity Preis bereits vergeben worden?
a)    8 x
b)    7 x
c)    5 x
d)    11 x

3    Wie viele Institutionen haben bis heute die Charta der Vielfalt unterschrieben?
a)    2570
b)    1950
c)    2930
d)    4520

Bremer Institutionen, die 2017 und 2018 die Charta der Vielfalt unterschrieben haben, sind beispielsweise: BLG Auto Transport gmbH & co. KG, Atlantic Hotels, swb AG, Universum Management GmbH, botanika GmbH.

4    Wie viele Aktionen gab es auf dem 6. Deutschen Diversity Tag 2018?

a)    700
b)    1200
c)    1700
d)    2000

2.000 Aktionen bundesweit, über 600 Organisationen beteiligten sich 2018; im Vergleich dazu waren es 2017 1300 Aktionen: www.charta-der-vielfalt.de.

5    In wie vielen Ländern weltweit ist die gleichgeschlechtliche Ehe im Jahr 2017 anerkannt?
a)    30
b)    15
c)    21
d)    24

Im Mai 2017 stimmte der Oberste Gerichtshof in Taiwan für die Öffnung der Ehe und schuf damit eine Premiere in Asien. In vielen Ländern Afrikas, aber auch in einigen asiatischen Staaten – darunter Indien -, ist Homosexualität immer noch verboten und wird bestraft. In manchen islamisch geprägten Ländern steht auf gleichgeschlechtliche Beziehungen sogar die Todesstrafe.
https://www.tagesschau.de/ausland/ehe-fuer-alle-weltweit-101.html
https://ilga.org/what-we-do/maps-sexual-orientation-laws/

6    In Suchmaschinen und bei Bewerbungssoftware gibt es diskriminierende Bilder, Vorurteile sind teilweise verankert. Algorithmen sind also nicht neutral, sondern können gefährlich sein. Welche dieser Beispiele sind tatsächlich passiert?
(Mehrfachankreuzen möglich)
a)     Ein Softwaretool für Online-Bewerbungen filtert Frauen heraus.
b)    Beim googeln nach „professioneller Frisur“ tauchten unter den ersten Ergebnissen  nur  
       blonde Flechtfrisuren auf.
c)    Eine Software der neuseeländischen Passbehörde verweigerte die Anerkennung   
       asiatischer Pässe.
e)    Ein Justiz-Softwaresystem identifizierte die dunkle Hautfarbe von Häftlingen als Kriterium für eine hohe Rückfallwahrscheinlichkeit für Straftaten.

Wenn die Menschen „professionelle Frisur“ googelten, tauchten in den ersten Ergebnissen der Bildersuche nur blonde Flechtfrisuren auf. In der Endauswahl eines maschinell entschiedenen Schönheitswettbewerbs landeten nur weiße Kandidatinnen. Eine Software der neuseeländischen Passbehörde verweigerte die Anerkennung asiatischer Pässe, der Algorithmus ging davon aus, dass die Augen der Abgebildeten geschlossen waren. Und ein System, das Richterinnen und Richtern helfen sollte, zu entscheiden, welche Häftlinge vorzeitig entlassen werden sollten, war der Ansicht, dass eine dunkle Hautfarbe das entscheidende Kriterium für eine hohe Rückfallwahrscheinlichkeit für Straftaten sei. Beim Predictive Policing = Fachbegriff für Polizeiarbeit auf Basis von Verbrechensprognosen – kann etwas schiefgehen. „Wir dachten, dass Algorithmen bessere Entscheidungen treffen könnten, beispielsweise bei der vorhersagenden Polizeiarbeit oder bei der Personalauswahl“, sagt die US-amerikanische Techniksoziologin Zeynep Tüfekçi in ZEIT ONLINE, „aber dieser Traum ist ausgeträumt.“ Dass sich Software nicht nur irrt, sondern erstaunlich konsequent Bevölkerungsgruppen diskriminiert, also ein rassistisches Bias zeigt, ist auf zwei Ursachen zurückzuführen: Die modernen Algorithmen lernen auf der Grundlage von ausgewählten Trainingsdaten darüber, wie Menschen diese Entscheidungen bislang getroffen haben. Und sie erkennen darin Muster. Wenn aber bereits die Trainingsdaten von den Entwickler*innen unzureichend ausgewählt wurden, reproduzieren die Algorithmen das Problem. Quelle: DIE ZEIT online, „Programmierter Rassismus“, von Eva Wolfangel, 19. Juni 2018.

7    Warum trat die US-amerikanische Schauspielerin Scarlett Johannson von der Hauptrolle des Dante „Tex“ Gill im Film Rub & Tug zurück?
a) Kritik aus der LGBT Gemeinde
b) Übergriffigkeit eines Kollegen
c) Unangemessene Bezahlung im Vergleich zu männlichen Kollegen
d) Familiäre Gründe

Die Wahl der Schauspielerin für Darstellung eines Transmanns (ein Mensch mit weiblichen Körpermerkmalen geboren, der sich als Mann empfindet), die als Sexsymbol und „sexiest woman alive gekürt wurde, war stark umstritten. LGBT Aktivist*innen fanden es passender, die Rolle mit einer Transgender Schauspielerin zu besetzen. DER SPIEGEL 29, 14.07.2018, S. 118. Nach anhaltender Kontroverse ist Johannson von dem Film „Rub & Tug“ abgesprungen. In dem Biopic unter der Regie von Rupert Sanders sollte sie Dante Gill spielen, der in den 1970er-Jahren in Pittsburghs Unterwelt agierte. Dem Magazin „Out“ teilte Johansson am Freitag mit, dass sie die Transgender-Gemeinde respektiere und liebe und dass ihr Casting in dieser Rolle „unsensibel“ gewesen sei. Sie verstehe die Kritik von Aktivisten, dass seltene Rollen wie diese an einen Trans-Schauspieler gehen sollten. Hollywood-Produktionen wird oft vorgeworfen, Rollen und Figuren aus anderen Kulturen durch „Weißwaschen“ auf ein weißes Publikum zuzuschneiden. Ein ähnlicher Streit entbrannte zuletzt um den Film „Ghost in the Shell“, in dem Johansson mit schwarzer Perücke eine japanische Manga-Heldin spielte. Los Angeles (dpa)

8    Die Verleihung des Echo an die Rapper Kollega und Farid Bang war hoch umstritten und führte zum „Aus“ des Musikpreises. Welche Art von Diskriminierung wurde den Musikern insbesondere vorgeworfen? (Mehrfachankreuzung möglich)

a)    Sexismus
b)    Rassismus
c)    Antisemitismus
d)    Pädophilie Verherrlichung

Man wolle nicht, dass die Auszeichnung als Plattform für Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie oder Gewaltverharmlosung wahrgenommen wird, heißt es in der Begründung des Bundesverbandes der Musikindustrie (BVMI), der den Preis vergibt.

9    Wer hat das Wort ASYLTOURISMUS erfunden?
a) Joachim Herrmann
b) Horst Seehofer
c) Alexander Dobrindt
d) Markus Söder

Was soll „Asyltourismus“ überhaupt sein? Ein Versuch, das Menschenrecht auf Asyl zu entwerten. Asyl heißt, Geflüchtete haben die Chance auf einen sicheren Schutzort – Tourismus hingegen ist ein Vergnügen. Die Uno beschreibt Tourismus als „soziales und wirtschaftliches Phänomen“, das Menschen aus ihrer gewohnten Umgebung bringt und für mehr Vielfalt sorgt. Kurzum: Es geht um Austausch, darum, Neues zu entdecken. Dieser Austausch ist freiwillig und dient der Erholung. Flüchtlinge hingegen fliehen, weil sie es müssen – und ihre Flucht ist alles andere als erholsam.

10    Welche NGO setzt sich deutschlandweit für Geflüchtete ein?
a)    Pro Asyl
b)    Ärzte ohne Grenzen
c)    Refugee One
d)    Help a Refugee

PRO ASYL setzt sich für die Rechte von Flüchtlingen und Migrant*innen ein: Die Organisation hilft Schutzsuchenden im Asylverfahren, leistet Einzelfallhilfe, recherchieret und dokumentiert Menschenrechtsverletzungen an den Grenzen, kämpft für eine offene Gesellschaft, in der Flüchtlinge Schutz erhalten.

11    Es sind nicht die reichsten Länder der Welt die Menschen, die geflohen sind, aufnehmen. Wie viele Menschen hat der Libanon aufgenommen?
a)    300.000
b)    500.000
c)    800.000
d)    1 Mio.

Nach Angaben des UN Flüchtlingswerks sind 2017 71 Mio. Menschen weltweit auf der Flucht. 5 Mio. gingen zurück in die Heimat. 20 Mio. finden Aufnahme in angrenzenden Ländern. Die Türkei nahm 2017 ca. 3,8 Mio. auf, Deutschland ca. 190.000 und der Libanon ca. 1 Mio.
https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/fluechtlinge/zahlen-fakten/